ms-europaVulkane und Sonnenskilauf, Surfreviere und Strandvergnügen, ist nicht alles was die hawaiianischen Inseln zu bieten haben. Mit landschaftlich spektakulären Plätzen, sind sie vor allem für Golfspieler ein Traum. Da lohnt sich die Reise um die halbe Welt. Erst recht, wenn man Walzer tanzend auf einem Luxusschiff nach Hawaii schippern kann.

Walzer in der Lounge

Rechts herum, links herum. Dann ein Fleckerl. Zehn Paare drehen sich auf der Tanzfläche der Clipper Lounge. Sie üben unter Anleitung eines Profi-Tanzpaares für den Opernball auf der MS Europa, dem Höhepunkt der Kreuzfahrt von Acapulco nach Hawaii. Eine rauschende Ballnacht mit Champagner zur Cocktailstunde und Wiener Schmankerl zum Dinner. Anschließend werden bei klassischer Musik die traditionellen Tanzkarten ausgegeben, damit sich die Kavaliere bei den Damen einen Tanz reservieren können. Es ertönt die Fächerpolonaise und Herren im Smoking begleiten Damen in festlichen Roben in die Europa Lounge, wo eine Sopranistin und ein Tenor den Ball mit Operetten-Einlagen eröffnen. Unmittelbar danach ziehen die Offiziere zu den Klängen des Radetzkymarsches in den Ballsaal ein, dann endlich gibt der Kapitän mit knappen Worten die Tanzfläche frei: „Alles Walzer“. Und das mitten im Pazifik.

Nobel geht es zu, auf der Europa, die vom Berlitz Cruise Guide 2011 zum elften Mal in Folge als einziges Kreuzfahrtschiff weltweit mit 5-Sternen-plus ausgezeichnet wurde. Entenstopfleber und Kaviar zum Frühstück, Lomi-Lomi-Massagen im Spa, eine Cocktailparty jagt die andere, und spätestens am zweiten Tag kennt der Barmann den Namen seiner Gäste. Am Pool werden bei heißem Wetter kühle Drinks und Erfrischungstücher gereicht, beim kleinsten Windhauch warme Decken. So lässt es sich aushalten.

Europa/Golf

Apropos Wind! Der bläst auch mal stärker. Den kann der Kapitän nicht abbestellen, auch nicht den Seegang. Wenn’s dann mal schaukelt, drehen sich die Tanzenden immer noch munter auf dem Parkett, während die Golfer auf ihrer Übungsmatte nach einem festen Stand suchen, um den Ball gut zu treffen. Da neigen nicht nur die Damen dazu, dem Golflehrer in die Arme zu fallen. So oder so – man kommt sich schnell näher auf einem Schiff, selbst auf der Europa, die mit 28.890 BRZ für nur 408 Passagiere weltweit das größte Raumangebot pro Gast auf einem Kreuzfahrtschiff aufweist. Das gilt für die Poollandschaft, die Decks und natürlich für die 204 Suiten mit einer Größe von 27 qm, die meisten davon mit einer eigenen Veranda. Die Penthouse-Grand-Suiten sind sogar 83 qm groß. Doch nicht nur der Platz ist großzügig bemessen, sondern auch das Angebot an Sport und Unterhaltung.

 Training an Bord

So sind bei einer „Golf & Cruise“-Reise sogar zwei Elite-Golflehrer der PGA an Bord. Die Trainingseinheiten finden per Video-Analyse statt, oder - was besonderen Spaß macht, auf offenem Deck, wo selbstverständlich ein Netz die Bälle auffängt. Die Schläger eines jeden Spielers werden vermessen, Vorträge geben Einblicke in die Golf-Psychologie und klären auf über schmerzfreies Golfen. Geübt wird an einem Golfsimulator.

So motiviert und mit verbessertem Schwung, werden dann die herrlichen Golfplätze an Land angesteuert.

 

Zuerst noch in Mexiko, vor dem Hintergrund der Sierra Madre del Sur, wo der Las Hadas-Golfplatz fast genauso viel Herzklopfen verursacht, wie der Anblick der Todesspringer, die sich von den Klippen Acapulcos ins Meer stürzen. Teuflisch platzierte Hindernisse auf den ersten fünf Bahnen bringen auch gute Spieler zur Verzweiflung. Die Aussöhnung findet spätestens auf dem 18. Loch statt, dessen Grün, bekannt als „1 Million Dollar Island Green“, mitten im Pazifik liegt, umgeben von Wellen, die sich donnernd am Strand brechen. Ein absolut spektakuläres Finale.

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Man könnte den Herrn, der kurzfristig zum Hochseeangeln umdisponierte, glatt bedauern, diesen Anblick versäumt zu haben. Doch der hatte ebenfalls sein Erlebnis. Er kehrt zurück mit einem dicken Fisch am Haken, den der Schiffskoch zum Abendessen für die 30köpfige Golfer-Gruppe zubereitet. Frischer geht es nicht!

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Mit Cabo San Lucas an der Baja California, erwartet uns eines der exklusivsten Urlaubsziele in Mexiko, natürlich mit traumhaften Golfplätzen. Jack Nicklaus hat die lange ungestört gewachsene Landschaft genutzt, um eine abwechslungsreiche Golfanlage zu bauen. Die dreimal 9 Löcher vom Palmilla Golf Resort sind gekennzeichnet mit hohen Kakteen, riesigen Sandbunkern und steinigen Schluchten. Auch Tiger Woods, Sylvester Stallone und Paris Hilton gefällt es hier. Ihre Villen stehen dicht beim Golfplatz. Damit sich die Stars auch richtig wohl fühlen auf der Runde, sind die Elektro-Carts mit Aircondition ausgestattet, denn es kann schon mal heiß werden, im Land der Azteken. Da freut man sich doch wieder auf eine richtig frische Seebrise.

Beim Verlassen der Baja California färbt sich der Abendhimmel rosa, Delfine und Salto springende Rochen begleiten unser Schiff. Von einer Felseninsel macht sich lautstark eine Robbenkolonie bemerkbar und ab und zu sieht man den Buckel eines Wales aus den Fluten auftauchen. Dann wird es dunkel und das Meer liegt wie ein Tuch aus schwarzem Samt, erleuchtet von einem runden bleichen Mond und dem Glanz der Sterne.

Sechs Tage dauert die Überfahrt nach Hawaii. Genug Zeit, um sich am Golfsimulator auf die dortigen Golfplätze vorzubereiten. Oder auf’s Hula-Hula-Tanzen. Langeweile gibt es nicht, dafür Ruhe und Muse, einmal das zu tun, wofür man sich sonst keine Zeit nimmt. Erfahrene Kreuzfahrer wählen ihre Route sowieso weniger nach den Häfen die angelaufen werden, sondern nach der Menge der Seetage. Je mehr desto besser!

Das ist der schönste Teil der Reise. Da werden selbst eingefleischte Landratten zu Seebären. Und das nicht nur vom Gewicht her, ob der exzellenten Bordverpflegung. Im Liegestuhl den blauen Horizont betrachten, der sich über der Reling im Rhythmus der See auf und ab bewegt. Baden im Sonnenlicht oder im Pool, träumen auf Silberflitterwellen, der Duft nach Meer und Salz auf unserer Haut. Was gibt es Schöneres? Und ehe man sich versieht, nähern sich die Trauminseln von Hawaii. Jede für sich so einzigartig wie die Blüten der traditionellen Blumenketten.

Big Island, die größte im „Aloha State“, ist ein vulkanisches Wunderland. Der 1200 Meter hohe Kilauea, der Dampf und Lava ausspuckt, gilt als aktivster Vulkan der Erde. Die Straßen führen durch eine regelrechte Mondlandschaft. Im Westen zur Küstenstadt Kailua-Kona, die Austragungsort des jährlich stattfindenden „Ironman Hawaii, dem berühmtesten Triathlon der Welt ist, im Norden zum Hapuna Golfcourse. Arnold Palmer hat diesen Platz, der hervorragende Spielmöglichkeiten mit phantastischer Natur verbindet, inmitten von Lavafeldern geschaffen. Direkt am Meer gelegen, reichen die Blicke bis zum höchsten Gipfel Hawaiis, dem 4.205 Meter hohen Mauna Kea, was so viel heißt wie „weißer Berg“. Tatsächlich kann man hier von Dezember bis März bei strahlendem Sonnenschein Ski fahren.

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Golferisch das Beste dieser Kreuzfahrt, kommt zum Schluss der Reise. Der Poipu Bay Golf Course liegt auf Kauai, der grünsten und ältesten Insel Hawaiis, die geprägt ist von weißen Sandstränden, zerklüfteten Küsten, wilden Canyons und einer üppigen Vegetation. All diese Landschaftsbilder zeigen sich auf dem von Robert Trent Jones jr. geplanten Meisterschaftsplatz, der als Ocean Links Course angelegt ist und mit 85 Bunkern und fünf Wasserhindernissen spielerisches Können verlangt. Nicht umsonst ist der Poipu Bay Golf Course Heimat des PGA Grand Slam of Golf, dem höchsten aller Turniere im Golfsport.

Die dritte und letzte Hawaii-Insel, die die MS Europa auf dieser Kreuzfahrt ansteuert, ist Oahu. Deren weltoffene Hauptstadt Honolulu, mit dem legendären Waikiki Beach und den großartigsten Wellen für Surfer, verabschiedet uns zur Heimreise, die nun per Flugzeug stattfindet. Die Überfahrt im Walzer-Takt ist leider nur noch Erinnerung. Aber eine wunderschöne!