Doha: Ein Märchen aus 1001 Nacht

clubhausManchmal muss es eben etwas Besonders sein – zum Beispiel Golf spielen mitten in der Wüste von Katar. Riesige Erdgas- und Ölvorkommen ließen gewissermaßen über Nacht das notwendige Gras dazu wachsen.

 

 

Es war einmal ein kleines Wüstenland, das wie der Daumen einer Hand in den Golf von Persien ragte. Auf drei Seiten von Wasser umgeben, gab es auf der Halbinsel weder Flüsse und Quellen. Das Land war zwar auf besondere Weise schön, doch unfruchtbar und verödet, unwirtlicher noch als die anderen Wüstenstaaten. Lange diente die Küste Piraten als Unterschlupf. Die wenigen Beduinen, die dort lebten handelten mit Perlen, die sie bei gefährlichen Tauchgängen aus dem Meer bargen. Sie wohnten in schwarzen Zelten entlang der Karawanenpfade, bis in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts der Perlenhandel nahezu zum erliegen kam. Die Söhne und Töchter der Wüste standen kurz davor zu verhungern und verdursten, wäre da nicht Allah gewesen. Zwar hatte er den Schoß von Mutter Erde nicht mit Wasser gefüllt, aber mit riesigen Öl- und Erdgasvorkommen, die 1938 bei Bohrungen entdeckt wurden. Ab 1949 konnte gefördert werden und von da an ging es schnell bergauf. Mit dem wachsenden Reichtum ging eine tiefgreifende Modernisierung in Staat und Wirtschaft vor sich.

Kamele

Uralte Karawanenpfade wandelten sich zu mehrspurigen Highways, Beduinenzelte in prachtvolle Paläste, neben alten, traditionellen Souqs entstanden klimatisierte Shopping Malls, die Doha zum Einkaufsparadies machen. Heute ist Qatar eines der reichsten Länder der Erde und seine Bürger haben es nicht mehr nötig zu arbeiten. Sie genießen Steuerfreiheit, kostenlose Schulbildung, kostenlose Krankenversorgung und vor allem den Wohlstand. Das äußert sich nicht selten in kostspieligen Hobbys wie Autos und Yachten, Pferde- und Kamelrennen oder der Falknerei, sowie in hochkarätigen Sportveranstaltungen.

 

Ritz_Carlton_Hotel, Doha

Solch ein Märchenland lockt natürlich auch Urlauber an, und die 1994 gegründete Qatar Airways, die hauptsächlich am Golf stationierte Arbeiter beförderte, fliegt inzwischen hauptsächlich Touristen ins Land. Luxuriöse Hotels, wie das Ritz-Carlton, bieten entsprechende Unterkunft. Wie ein Willkommenszeichen ragt dessen gläserner Turm in den Himmel und bietet wundervolle Aussichten auf den arabischen Golf. Eine private Badeinsel und ein Yachthafen laden zum Aufenthalt am Wasser und in der Sonne ein, orientalische Pracht bestimmt den Innenbereich. In der prächtigen Lobby sitzen Scheichs beim 5 Uhr Tee oder treffen sich in den landestypisch eingerichteten Konferenzräumen zu geschäftlichen Meetings, der Wellnessbereich sucht seinesgleichen und die Suiten sind groß genug, um ganz private Empfänge zu geben.

 

Und obwohl das Land keine natürlichen Wasserresourcen hat, kann man sogar Golf spielen in Doha. Mit 155 Hektar ist der Doha Golfclub die größte Grünfläche des kleinen Staates.  Tonnenweise wurde Erde aufgeschüttet, in der Gras gedeihen konnte. Unterirdische Bewässerungsschläuche wurden auf dem  6.686 Meter langen 18 Lochkurs verlegt, durch die täglich 6000 Kubikmeter entsaltzes Meerwasser gepumpt werden. Acht künstliche Seen sind entstanden, 1300 Palmen und 32.000 Büsche wurden angeplanzt, 66 Riesenkakteen aus Arizona importiert. Doch hat man nicht das ganze Gelände kultiviert: Teile naturbelassener Wüste bilden einen reizvollen Kontrast undgleichzeitig spannende Herausforderungen für den Spieler. Die Anlage wird ergänzt durch einen 9-Loch-Übungskurs mit Flutlicht und einem eleganten Clubhaus im arabischen Stil.

Doha Golf Club