Bahrain: Golfen am Golf

Ritz_Carlton_HotelWie war das noch mal? Beim Golfen kann man prima Geschäfte abwickeln? Vielleicht ist es doch eher so, dass Geschäftsleute zwischen all ihren Teminen, sich auch gerne mal beim Golfspiel entspannen.

Bahrain liegt, so eine Studie des Wall Street Journal, nach Amerika und Luxemburg, auf Platz drei in der Liste der Länder mit den freiesten Wirtschaften der Welt.

Durch Perlen, Schmuck und Erdöl, wurde Bahrain groß. Bereits 1932 – und somit vor den anderen Golfstaaten - wurde hier Öl gefunden. Da das Vorkommen nicht besonders ergiebig war, fing man an, in Erdölraffinerien, Petro-Chemie, Aluminium, Schifffahrt, Informationstechnologie und vor allem ins Bankgeschäft  zu investieren. Schon ab 1975 wurden Off-Shore-Banken zugelassen, das sind Filialen internationaler Großbanken, die weitgehend unkontrolliert und ohne Steuerpflicht für Anleger und Bank arbeiten. Inzwischen wickeln mehr als sechzig davon, täglich Transaktionen in Höhe mehrerer Milliarden Dollar ab und machen den Inselstaat „zur Wall Street der Golfregion“.

Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass wir während unseres Aufenthalts im  Ritz-Carlton Hotel Bahrain, fast ausschließlich Geschäftsleute antreffen (übrigens auch Bill Clinton). Dabei ist das Ritz-Carlton geradezu dafür prädestiniert, sich ruhigen Ferientagen hinzugeben. Direkt an einer türkisfarbenen Lagune, die durch eine Halbinsel zum offenen Meer geschützt liegt, finden Gäste entlang des feinsandigen Strandes, auf einem Areal von rund acht Hektar, eine üppige Gartenlandschaft, den „Best Hotel Spa in the Middle East“, einen privaten Yachthafen sowie einen Sport Club mit Innen- und Außenschwimmbad, Fitness Center, Tennis- und Squashplätzen. In diese herrliche Umgebung sind 23 Luxusvillen eingebettet, die zur Rennsaison von Teilnehmern der Formel 1-Weltmeisterschaft bewohnt werden und die mit Pool und Massageliege im eigenen Garten und einem persönlichen „Lifestyle-Butler“, ein Höchstmaß an Privatsphäre bieten.  Apropos Lifestyle: Das Interieur der Villen, ausgesucht vom Pariser Designer Pierre-Yves Rochon, besticht durch klare und sachliche Linien. Auf pompöse Schnörkeleien, wie sie im Nahen Osten beliebt sind, hat man hier so wie in den Suiten der Club-Etage vollkommen verzichtet. Das könnte man als Zeichen für die Aufgeschlossenheit des kleinen Wüstenstaates gegenüber seiner Besucher deuten.

arab_tafeln

Bahrain gilt als eines der liberalsten Länder am Golf. Der 1986 eröffnete „King Fahad Causeway“, verbindet die Insel mit dem 25 km entfernten Saudi Arabien und von dort kommen auch die meisten Geschäftsleute und einige Touristen, die in der Hauptstadt Manama das rege Nachtleben genießen und den Alkohol, der in Restaurants, Bars und Discotheken ausgeschenkt wird.

MarktDie kulturellen Sehenswürdigkeiten hingegen, sind schnell besichtigt. Ein erster Spaziergang führt an das Bab al Bahrain, das Tor, das zum Souk führt, der besonders in den Abendstunden ein überflutetes Labyrinth aus Gassen und Straßen bildet. Fast wird erwartet, mit den Händlern um den Preis zu feilschen. Gediegener geht es in den klimatisierten Einkaufszentren zu, wo man weltbekannte Labels günstig einkaufen kann.

Das Nationalmuseum stellt Bahrains Erbe vor, das Koran-Museum sowie das Heritage Centre sind ebenfalls einen Besuch wert, genau wie die Al-Khamis-Moschee, deren Grundmauern aus dem 7. Jahrhundert stammen.

Der wichtigste archäologische Ort Bahrains, ist jedoch ein portugiesisches Fort aus dem 16. Jahrhundert, an dem sich Siedlungsgeschichte bis 2800 v. Chr. nachweisen lässt. Hier war das Zentrum von Dilmun, eines der größten je existierenden arabischen Handelsimperien, reich geworden durch Perlen.

Bahrain_Rennstrecke

Relativ neu dagegen, ist die Formel 1-Rennstrecke von Bahrain. Sie war am 4. April 2004 Schauplatz des ersten Grand Prix im Mittleren Osten, der nun dort jährlich stattfindet, zur Freude vor allem der Einheimischen. Die Bahrainer lieben  Autorennen. Bereits in den 50er Jahren veranstalteten sie welche auf der Start- und Landebahn der Airforce. Und jetzt haben Sie mit dem „Bahrain International Circuit“ eine großartige Strecke, die außerhalb der Rennen auch von Privatpersonen gut genutzt wird.

„Adventure Drive Arabia“ rühmt sich eines herausfordernden off-road Kurses, entworfen, um die besten Autos mit Allrad-Antrieb zu testen bzw. Fahrer in unterschiedlichsten Straßenverhältnissen zu schulen.

Dramatisch in die Wüstenlandschaft hineingebaut, haben die dreißig Hindernisse Bezeichnungen wie Kamelbuckel, Riffaufstieg, Bumerang oder Drastischer Tropfen. Während der Testfahrer, der uns die Strecke erklärt, die Namen vorliest, können wir uns schon denken, was da auf uns zukommt. Ein Abenteuer, das garantiert den Adrenalin-Spiegel in die Höhe treibt. Überhaupt, wenn Ali den Hummer bei einem 85% Gefälle fast auf die Kühlerhaube stellt  oder über eine Strecke mit 50%iger Seitenneigung lenkt. Da heißt es nur noch Augen zu und durch.

Riffa_GCAber um nochmals zu meinen Anfangszeilen zu kommen: Weitaus entspannender, als ein Hindernislauf mit Auto, ist eine Runde Golf. Die lässt sich prächtig spielen im Riffa Golfclub, der wie eine Oase mitten in der Wüste liegt. Unzählige Palmen bieten Schatten an heißen Tagen, fünf Seen, ein Inselgrün und zahlreiche Bunker sorgen für ein abwechslungsreiches Spiel. Dass der Platz in so einem hervorragenden Pflegezustand ist, hat er sicher auch der Tatsache zu verdanken, dass Bahrain bedeutende Süßwasservorkommen hat - was in der Golfregion einzigartig ist -  und dass  er dem Management des berühmten Gleneagles Golf Club in Schottland untersteht.