St. Kitts ist noch ein echter Geheimtipp und ein Paradies für einen ruhigen, idyllischen Strand- und Golf-Urlaub. Zusammen mit ihrer 3 Kilometer entfernten Nachbarin Nevis bildet sie das kleinste Land der Karibik bzw. ganz Amerikas.
12 Uhr Mittag, dreißig Grad im Schatten, die Sonne brennt vom Himmel. Die Hotelgäste liegen am Pool unter Palmen oder Schirmen. Die Neuangekommenen brauchen erst mal einen Drink nach ihrem abenteuerlichen Landeanflug auf Saint-Martin. Dicht über einen Strand sind sie geflogen, fürchteten im Wasser zu landen, bevor die Maschine auf einer schmalen Landzunge aufsetzte. Die Landebahn vom Princess Juliana Airport ist berüchtigt und erzeugt bei einigen der Passagiere Angstschweiß, während die Strandbesucher ihre Kameras zücken, um diesen besonderen Nervenkitzel im Bild festzuhalten.
Wie auch immer: Wer seinen Urlaub auf St. Kitts verbringen will, kommt kaum drum herum Saint Martin anzufliegen, um von dort mit einem kleinen Flugzeug oder einer Fähre das Eiland zu erreichen. Die An- und Abreise allerdings, ist auch schon das aufregendste an diesem Aufenthalt. Denn auf St. Kitts geht es gemächlich zu.
Die Insel gehört zu den kleinen Antillen, ist nur 36 Kilometer lang und maximal 8 Kilometer breit. Zusammen mit ihrer 3 Kilometer entfernten Nachbarin Nevis bildet sie das kleinste Land der Karibik bzw. ganz Amerikas. Von daher ist das Angebot an Attraktionen überschaubar, das Leben eher geruhsam, und St. Kitts ist noch ein echter Geheimtipp und ein Paradies für einen ruhigen, idyllischen (Golf)-Urlaub in der oberen Preiskategorie. Regierungschef Denzil Douglas unterstützt zwar den Tourismus, allerdings soll der Charme der Vulkaninsel und ehemaligen britischen Kolonie mit ihren ca. 46.000 Einwohnern beibehalten werden.
Richtiger Trubel herrscht nur zwischen dem 24. Dezember und dem 2. Januar, denn dann wird auf St. Kitts Karneval gefeiert. Reggae- und Calypsobands dröhnen ihren Sound durch die Straßen, durch die Einheimische in farbenprächtigen Kostümen, Hüften wackelnd und Po kreisend toben, die ganze Insel feiert Party. Von Umzugswagen schallen Trommeln, Tamburine und Triangeln. Männer, Frauen und Kinder singen, klatschen und wippen im Takt auf ihren Sitzen. Weiße Zähne leuchten in dunklen Gesichtern, der Fahrtwind spielt mit ihren bunten Gewändern. Das ganze Leben ist ein wildes Fest. Zumindest in diesen Tagen auf St. Kitts.
Das restliche Jahr überzieht eher eine heitere Gelassenheit die Insel, deren Mitte aus drei zerklüfteten Vulkangruppen besteht, die durch tiefe Schluchten voneinander getrennt sind. Der Regenwald der zentralen Bergkette geht in höheren Lagen in dichtes Buschwerk über. Mit Zuckerrohr bebaute Felder dehnen sich über den schmalen Streifen der Küstenregion. Geerntet wird es allerdings seit 2005 nicht mehr, der Anbau hat sich bei den ständig fallenden Preisen für Zucker nicht mehr gelohnt. Heute allerdings – hätte man es nur geahnt - steht der Zuckerpreis auf dem höchsten Stand seit 1989, weil der süße Stoff zur Herstellung von Äthanol genutzt wird, mit dem Autos angetrieben werden können. Schlechtes Timing für die Kittians!
Zuckerrohr wächst zwar noch in rauen Mengen auf der Insel, aber auch jede Menge Unkraut dazwischen. Eine Kultivierung des Anbaus würde mit sehr viel Arbeit verbunden sein. Doch wie überall in der Karibik, heißt es auch hier „ don’t worry be happy“ – fröhlich sein und sich nicht allzu viele Sorgen machen, ist das Lebensmotto.
Der Sugar-Train, der früher zum Transport des geernteten Zuckerrohrs gebaut wurde, wird daher heute für Sightseeing-Touren genutzt. Der 55 Kilometer lange Schienenstrang führt zwischen den Flanken des Vulkans Liamuiga und dem Meer rund um das Eiland. 23 Brücken mussten zum Überqueren von Schluchten und Straßen gebaut werden. Die imposanteste ist die Christ Church Bridge. So nehmen wir an einem herrlichen Morgen die Inselumrundung in Angriff, und die ist gar nicht langweilig. Das "Gibraltar" der Karibik - es wird wegen des hoch aufragenden Vulkans Liamuiga so genannt und vielleicht auch wegen der vielen Affen, die hier herumturnen – präsentiert sich als Perle der kleinen Antillen. Die kleine Bahn führt gemächlich vorbei an ehemaligen Zuckerplantagen, von denen allein 30 von der UNESCO unter Schutz gestellt wurden. Damit ist St. Kitts das einzige Land der Welt, das auf knapp 170 Quadratkilometern Fläche eine solche große Zahl an historisch wertvollen Relikten aufzuweisen hat.
Romney Manor ist eine Plantage, die einst dem Urgroßvater des amerikanischen Präsidenten Jefferson gehörte. Hier stehen teilweise noch Gebäude einer alten Zucker- und Rumfabrik, die als einzige zur Produktion Wasserkraft verwendete. Die mehr als 200 anderen kleinen Produktionsstätten nutzten zum Auspressen des Zuckerrohrs die Windkraft und noch heute zeugen viele Reste alter Windmühlen von der einst blühenden Wirtschaft der Insel. Übrigens werden auf dem Gelände von Romney Manor Stoffe, T-Shirts, Kleider und Shorts mit wunderschönen Batikmustern produziert - die idealen Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.
Auf der idyllischen Rawlins Plantation steht eine Mühle, die zu einem noblen Gästehaus umgebaut wurde. Allerdings ist sie grundsätzlich Hochzeitsreisenden vorbehalten. Hier hat auch Kate ihre Residenz und ihr Atelier. Sie ist die bekannteste Malerin von St. Kitts, die in New York ebenso ihre Bilder ausstellt wie auf der Insel. Viele ihrer Motive kommen aus dem täglichen Leben. Eines der Bilder zeigt einen Farmer mit Blütenzweigen des Sorrel-Baumes. Sorrel ist eine rote Baumfrucht, die in den Bergen wächst und nur zur Weihnachtszeit blüht. Die harten Blütenblätter werden 24 Stunden in Wasser eingelegt. Zucker wird mit Zimt zu Sirup erhitzt und in das rote Blütenwasser gegeben. Dazu ein Stück Ginger, dann wird mit Rum aufgefüllt. Dieser Punsch wird heiß oder kalt getrunken. Kein Wunder, tanzen die Insulaner zu dieser Zeit so beschwingt.
Ein anderes UNESCO-Weltkulturerbe steht auf dem Brimestone Hill, auf dem Engländer 1690 mit dem Bau einer Festung begannen, die sich über drei Ebenen zieht. Fast hundert Jahre lang, bis zur Fertigstellung, mussten sich die afrikanischen Sklaven dafür abschuften. Sie sollte vor allem die darunter am Meer liegende Handelsstadt Sandy Point schützen, 70 Kanonen standen dazu bereit. Wir konnten gerade noch rechtzeitig die schöne Aussicht genießen, bevor die vielen Touristen eines Kreuzfahrtschiffes die Anlage überschwemmte.
Am frühen Nachmittag endet die Rundfahrt mit dem Sugartrain beim pittoresken Städtchen Basseterre. Mit vielen gut erhaltenen Kolonialbauten ist es ein Ort, wo der englische Charme noch sehr ausgeprägt und lebendig ist, nicht zuletzt auch wegen des kleinen grünen "Circus Clock Tower" in der geschäftigen Stadtmitte.
Doch uns zieht es mittlerweile dringend zum Strand. Deswegen sind wir ja auch hergekommen, in die Karibik. Surfen, segeln, tauchen oder einfach nur Sonnenbaden. Sand unter den Füßen. Faul im Liegestuhl dösen. Das Rauschen der warmen Wellen in den Ohren. Vielleicht mit einem „Ting with a Sting“-Cocktail in Vorfreude auf das Dinner am Abend. What a feeling!
Besonders schön im Marriott St. Kitts Resort, das nach amerikanischem Standard gebaut ist, mit Kasino, Boutiquen, Spa, diversen Pools und eigenem Golfplatz, den Royal St. Kitts Golf Club. Denn Golfspielen, ist ein weiteres Urlaubsvergnügen.
Von der Hotellobby zum Clubhaus sind es nicht einmal fünf Minuten zu Fuß. Architekt Thomas McBroom hat ein Meisterwerk geschaffen. Der Championship Course (83 Sandbunker, 12 Teiche) ist auf einer Gesamtfläche von 50,5 Hektar angelegt, drei Löcher verlaufen direkt am Atlantischen Ozean und zwei an der Karibischen See. Die 18 Fairways verlaufen am Anfang der schmalen südöstlichen Halbinsel von St. Kitts, deren äußerster Zipfel noch weitgehend unberührt ist. Menschenleer, wild, gespickt mit natürlichen Salzlagunen und wüstenhaften Hügeln, auf denen Kandelaber-Kakteen wachsen, und mit goldenen, weißen und schwarzen Stränden (Vulkansand). Die Gewässer ringsum zählen wegen ihrer schönen Korallenriffe zu beliebten Tauchzielen, außerdem liegen mehr als 400 gesunkene Schiffe vor der Küste, in die jeden Abend die karibische Sonne wie ein Feuerball im Meer versinkt, ganz so, wie man es sonst immer nur auf Postkarten sieht.
Fremdenverkehrsamt St. Kitts
www.stkitts-tourism.com
Klima: ganzjährig um die 28 Grad Celsius, beste Reisezeit Dezember bis Mai.
St. Kitts Resort & the Royal Beach Casino
www.marriott.de
Royal St. Kitts Golf Club
18 Loch, Par 71, 6305 Meter
www.royalstkittsgolfclub.com
Die schönsten Strände:
North Frigate Bay (Marriott Hotel)Turtle Beach
Cockleshell Bay
Sandy Bank Bay
Ausgehen, tanzen, essen, chillen:
South Frigate Bay
Mr. X’s Shiggidy Shack
The Monkey Bar
Ziggy’s Beach Bar
Rainbow’s
Buddies
Inon’s