Golfurlaub weltweit

Karibik

StrandWenn Mittel- oder Nordeuropäer vom Paradies träumen, dann ist es dort warm. Ein lauer Wind streicht durch Kokosnusspalmen, die seidige Luft und die türkisfarbenen Wellen haben 27 Grad, die Brandung schäumt wie Champagner, der Rum-Cocktail in der Hand ist eisgekühlt, die Füße stecken in puderweißem Sand und der ewigblaue Horizont wechselt seine Farbe nur beim Sonnenuntergang.

Karibische_See

Ian Fleming, genialer Erfinder von James Bond, träumte so lange vom Paradies, bis er sich eine Villa auf Jamaika baute. Er gab ihr den Namen „Golden Eye“, weil seine Augen nur noch goldene Bilder sahen, die ihn zu seinen James Bond-Geschichten beflügelten. Szenen des Filmes  Dr. No wurden hier am Strand verfilmt, wobei manchem wohl eher die kurvenreiche Ursula Andress, als das Ambiente in Erinnerung geblieben ist. Einer der nächsten Bond-Verfilmungen, - Fleming war nicht nur Schriftsteller, sondern auch leidenschaftlicher Golfspieler - zeigt das Grün von Loch 15 des Cinnamon Hill Ocean Course bei Montego Bay. Bei diesem Film, beeindruckte dann tatsächlich mehr die Landschaft als die Hauptdarstellerin, zumindest die Golfer unter den Kinobesuchern. Cinnamon Hill ist tatsächlich einer der schönsten Golfplätze der Reggae- und Rum-Insel, vor allem die zweiten Neun sind Spitzenklasse. Sie beginnen mit „Witch Annie“, deren Geist unter dem Wasserfall des besagten 15. Loches duschen soll, das in all seiner Tropenherrlichkeit Filmgeschichte schrieb.

White Witch GC

Annie Palmer, einst Herrin auf Rose Hall, einem der schönsten „Great Houses“ der West Indies, kam zu gruseliger Berühmtheit, weil sie nacheinander ihre drei Ehemänner killte. Der benachbarte White Witch Golf Course ist nach ihr benannt, einer der Superplätze dieser Welt. Der Texaner Robert van Hagge hat den 6718 yards langen Kurs hoch in die Berge gebaut. Mit Fairways, die sich durch enge Täler, über tiefe Schluchten und gefährliche Wasserhindernisse hinziehen, zu Grüns, die von riesigen Bunkern bewacht werden. Das Spiel auf diesem Platz scheint an manchen Tagen tatsächlich „wie verhext“ zu sein. Manch frustrierter Golfspieler, dessen Ball es nicht über eine der Schluchten geschafft hat, oder auf unerklärliche Weise im undurchdringlichen Rough verschwand, glaubt gerne die Legende von der Hexe Annie. Aber „White Witch“ ist trotz aller Widrigkeiten vor allem eine sehr schöne Hexe. Bei 16 Bahnen sieht man durch Palmen und blühende Sträucher die  türkisblaue Karibische See schimmern, ein Anblick, der mit allem versöhnt. Sogar mit dem Green Fee, das ordentlich zu Buche schlägt. Es sei denn, man wohnt im Ritz-Carlton Golf & Spa Resort, zu dem der White Witch Golf Course gehört, dann bezahlt man deutlich weniger. Am günstigsten kommen Twilight-Spieler davon, die als Extra-Bonus einen karibischen Sonnenuntergang geboten bekommen, der schöner auf keiner Postkarte verewigt ist.

Ähnlich in Größe und Exklusivität, dazu noch geschichtsträchtig, präsentiert sich das Half Moon Resort. Seit seiner Eröffnung 1954 beherbergte es illustre Gäste wie John F. und Jaqueline Kennedy, die Queen von Großbritannien, und natürlich auch den Spion Ihrer Majestät,  in diesem Fall Roger Moore. Dankschreiben dieser hochrangigen Persönlichkeiten hängen in der Eingangshalle des Hotels und bezeugen, dass sich alle königlich die Zeit vertrieben haben. Sei es in einem der 51 Swimmingpools, am weißen Hotelstrand oder beim Schwimmen mit Delfinen, beim Tennis oder Reiten, im Spa oder Fitness-Zentrum, und die Golfspieler unter ihnen mit Sicherheit in der David Leadbetter Golf-Akademie oder auf dem von Altmeister Robert Trent Jones Sr. entworfenen 18-Loch-Meisterschaftsplatz. Der Half Moon Golf Course wurde im Februar 2006 für 2 Millionen US-Dollar komplett renoviert und gilt als „one of the best walking course in the Caribbean“. Der Platz mit einer Länge von 7141 yards, ist flach und sehr gepflegt. Durch unzählige Palmen weht meist ein frischer Wind vom Meer, der zusammen mit strategisch gut platzierten Sand- und Wasserhindernissen, das Spiel herausfordernd macht.

Half Moon GC

Im gleichen Jahr wie das Half Moon, eröffnete das Round Hill, das erst recht zur Legende wurde: Ambassador Hon. John Pringle  wuchs in Montego Bay auf. Schon früh träumte er von einem eigenen Hotel. Ganz anders als alle anderen sollte es sein, einzigartig – und von den Mächtigen, Schönen und Berühmten dieser Welt besucht. Durch einen Zufall entdeckte er die kleine Halbinsel Round Hill und es gelang ihm, das Land zu erwerben. Zusammen mit dem Anwalt seiner Mutter, entwickelte er ein besonderes Konzept für ein Hotel. Amerikanische und europäische Prominente wurden eingeladen, Cottages auf Round Hill zu kaufen und somit in das Hotel zu investieren.

Round_Hill

Es hat sich gelohnt. Sobald man die Tore der Anlage  passiert, nimmt man den einzigartigen Stil des Anwesens wahr. Luxuriös wie ein Cashmeere Pullover, aber genauso dezent. Prachtvolle Gärten, eine goldfarbene Strandbucht, einen Weltklasse-Spa und vor allem viel Privatsphäre. Gäste können sich für ein luxuriöses Zimmer im Pineapple House entscheiden oder in einer der 27 Villen gastieren, die über das hügelige Gelände verstreut sind, die meisten davon mit Pool. Geweckt wird man morgens vom eigenen Personal, das Frühstück nach Wunsch bereitet. Der Concierge des Hotels, genau wie im Half Moon oder Ritz-Carlton, sorgt für Startzeiten und Transfer zu einem der Meisterschaftsplätze der Rose Hall Resort-Area.

Tryall_GC

Dazu gehört zweifellos der Tryall Golf Club. Austragungsort der Johnnie Walker World Championship, und ein Platz den man gespielt haben muss, obwohl man das hinterher vielleicht bereut. Die Fairways, die entlang des Strandes und durch hügeliges Gelände führen, bieten manch knifflige Aufgabe. Loch 15 zum Beispiel, ein Par 3 von 175 yards Länge. Die Karibische See zur Linken schickt Wind, vor dem Grün lauert der Flint-River und rechts, neben dem schmalen Fairway, ein See. Wohl dem, der hier ein Par spielt, Birdies sind selten. Als spektakuläres Abschlussloch zeigt sich die 18, wo die Herren ihren Ball durch die steinernen Pfeiler einer „Sugar Mill“ bergaufwärts schlagen müssen. Der Kurs ist bestens dazu geeignet, Pros zu demütigen und Amateure zur Verzweiflung zu bringen. Sollte jemand mit dem Gedanken flirten, sich das Golfspiel abzugewöhnen, dann hier. Denn letztendlich, kann man sich auf Jamaika auch mit anderen Dingen die Zeit vertreiben. Vielleicht mit einem Rum-Cocktail. Yah man!

CocktailJedenfalls ist das der Willkommensdrink im Royal Plantation, einem Hotel an den schneeweißen Stränden der Riviera von Ocho Rios. Ein perfekter Ort um faul in die Sonne zu blinzeln, einmal gar nichts zu tun. Die Schönheit der tropischen Landschaft in sich aufsaugen. Der Butler serviert gerne noch einen zweiten und dritten Cocktail. Spätestens dann sieht man - genau wie Ian Fleming – garantiert nur noch goldene Bilder.

Upton_Golf

Doch wer das Golfspiel nicht lassen kann, hat es nicht weit zum Upton Golf & Country Club, der zu den elitärsten und schönsten Plätzen der Insel zählt. Seine Lage auf einem Plateau birgt interessante Heraus-forderungen, die sich bereits am Namen der Spielbahnen erahnen lassen, die Shark, Rambling Hills, Watering Hole oder Dare Devil heißen. Vielleicht ist es gar nicht verkehrt, sich auf der ersten Runde von einem PGA-Pro begleiten zu lassen. Wieder zurück im Hotel, ist sicher eine Massage im Spa angenehm. Irgendwann sitzt man dann im Licht der untergehenden Sonne auf der Hotel-Terrasse und genießt die exzellente Küche. Trinkt noch einen letzten Schluck in der Cognac-und-Zigarren-Lounge oder alternativ in der Kaviar-und-Champagner-Bar, bettet anschließend seinen Kopf auf weiche Kissen unter dem Baldachin eines Himmelbettes, in einer Suite oder gar einer Villa, und braucht vom Paradies nicht mehr zu träumen. Denn es ist ja hier und auch im benachbarten Jamaica Inn, das sich der vielleicht schönsten Privatbadebucht der Insel rühmt.

Jamaica_Inn_Veranda_ Suite

Von den Cottages, die auf Klippen liegen, erreicht man sie über Treppen, die geradewegs ins Meer führen, die Veranda-Suiten liegen sowieso direkt am Strand. Hier haben schon Marilyn Monroe und Arthur Miller Flitterwochen verbracht, um die einfachen Freuden des Lebens zu genießen. Sir Winston Churchill hat hier gerne überwintert. Die von ihm bewohnte Suite liegt auf einer eigenen Halbinsel und bietet einen Ausblick, der einem die Sprache verschlägt. Unverwechselbarer Charakter und Authentizität sind auch die Philosophie im „KiYara Ocean Spa, das auf einem Felsen über dem Meer thront. Dieses unglaubliche Ambiente, der herzliche, persönliche Service, die private, informelle Atmosphäre, für die Managerin Mary Phillips verantwortlich ist, machen das Jamaica Inn zu den absoluten Top Resorts der Karibik. Ein Refugium für Ruhe suchende, anspruchsvolle Urlauber, die am Abend auch gerne mal barfuß das Barbecue am Strand genießen, und bei Reggae von Live-Bands und einem Plunter’s Punch entspannen. Übrigens war es im Jamaica Inn, dass Ian Fleming dem Barkeeper signalisierte, dass er seinen Cocktail „geschüttelt, nicht gerührt“ haben wollte.

Steg

 

 
 

Jamaika: 007 statt 08/15 - Golfurlaub weltweit, Golf-Reisen weltweit, Gruppenreise, Urlaub, Reisen, golfen (Druckansicht)