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Früher ging man für einen Badeurlaub und zum Kamel reiten nach Tunesien. Dabei hat das Golfspiel längst Tradition und gehört fast zur Geschichte wie Hannibal. Immerhin wurde der Golfclub von Karthago bereits 1927 auf historischem Boden gegründet und ist somit der älteste Platz Nordafrikas.
Trotz dieser Tatsache, ist Golf in Tunesien lange verkannt worden. Erst als die Tochter von General Ben Ali, der seit 1987 an der Macht ist, nicht nur einen der reichsten Industriellen des Landes, sondern zudem noch einen begeisterten Golfer geheiratet hat, bekam der Sport Aufwind mit nunmehr zehn Plätzen. Inzwischen verbringen auch österreichische Golfspieler – zwischen 8.000 und 10.000 jährlich – ihre Ferien in Tunesien. Das mediterrane Klima lockt vor allem Langzeiturlauber im Winter, wenn die Grüns zu Hause verschneit sind. Dann bieten die Golfclubs Hammamet Citrus und Yasmine günstige Wochenmitgliedschaften von 4 bis 8 Wochen an. Da bleibt genug Zeit zum ausgiebigen Spiel mit dem kleinen weißen Ball, für Badeurlaub und für Thalasso - Tunesien ist einer der größten Anbieter der Thalasso-Therapie weltweit - genug Zeit um das Land zu erschließen, das als Schnittpunkt zwischen Afrika und Europa reich an Kultur ist.
Bereits Phönizier und Römer haben hier eindrucksvoll ihre Spuren hinterlassen und Berberstämme sind seit dem dritten vorchristlichen Jahrhundert im Land angesiedelt. Im Nordwesten liegen die römischen Ausgrabungen von Bulla Regia in der Kroumirie, wo 800 Meter hohe Berge, bedeckt mit Korkeichen, das Mittelmeer säumen. Südlich von Dougga, den alten römischen Ruinen, stößt man auf den Grand Erg Oriental, eines der größten Dünengebiete der Sahara. Ganz im Süden liegen die Salzseen und Salzwüsten des Schott- El-Djerid. An der Ostküste ziehen sich die Strände von Sidi Bou Said über Cap Bon, Hammamet bis hinunter zur libyschen Grenze, zu den opalfarbenen Lagunen vor der von Mythen umwobenen Insel Djerba. Nahe der Hauptstadt Tunis, breiten sich die Ruinen des alten Karthago aus, das zu den legendärsten Stätten des römischen Zeitalters zählt und Heimat von Hannibal war, der einst mit einem Heer von 50.000 Soldaten, 9.000 Reitern und 37 Kriegselefanten, die verschneiten Alpen überquerte.
Nicht weit dieser Ruinen, befindet sich der altehrwürdige Club „Golf de Carthage de Tunis“. Die alten Gebäude im typisch tunesischem Stil und die üppige mediterrane Vegetation entlang der Fairways - Pinien, Zypressen, Mandarinenbäume, jahrhundertealte Eukalyptusbäume - verleihen ihm einen ganz besonderen Charme. 1992 wurde der Golfplatz nach einem Design des Architekten Yves Bureau renoviert, hinzu kamen zwei künstliche Seen. Das alles sieht nicht nur schön aus, sondern erfordert äußerste Präzision. Gewissermaßen muss man hier eine genaue Strategie verfolgen, genau wie Hannibal bei seinem Feldzug über die Alpen.

Ganz jung noch, ist der am 20.Oktober 2008 eröffnete Golfplatz „The Residence“. In Verbindung mit einem der schönsten Hotels Tunesiens, das den gleichen Namen trägt, und Robert Trent Jones jun. als Architekten, ist hier ein wahres Juwel entstanden, das den hohen Ansprüchen internationaler Golf-Gäste gerecht wird. Eingebettet zwischen Salzseen und der Küste Karthagos, gilt dieser Platz als einer der Schönsten im gesamten Mittelmeerraum, aber auch als einer der respektvollsten im Umgang mit der Natur. Entsprechend wurden die einzelnen Löcher benannt: Ruhe, Demut, Harmonie, Toleranz oder Bescheidenheit. Wie kein anderer hat Robert Trent Jones jun. verstanden die Liebe zum Golfspiel in die natürliche Umgebung zu integrieren. Mit dem Golfplatz The Residence ist ihm sein erstes Meisterwerk in Nordafrika gelungen. Ein Handicap von 26 wird empfohlen, um diesen Platz richtig zu genießen.

Hammamet, mit seiner charmanten Altstadt und wunderschönen Stränden, liegt rund 150 Kilometer südlich von Tunis. Hier kann der Golfer gar unter zwei Golfclubs wählen. Golf Citrus wartet mit den von Ronald Fream entworfenen Plätzen „La Forêt“ und „Les Oliviers“ auf. Eingebettet in eine hügelige Landschaft mit sieben Seen, Olivenhainen, Zitronenbäumen und Wäldern, zeigen sie die Wirkung einer erholsamen Oase, allerdings mangelt es nicht an Herausforderungen. Die von Bunkern geschützten, höher gelegenen Grüns beim Les Oliviers-Parcourse verzeihen keine schlechten Schläge und beim La Forêt Kurs, dessen Fairways von unzähligen Pinien gesäumt sind, kommen nicht nur Wasserhindernisse ins Spiel, sondern ein ständig wehender Wind aus Nordost und Nordwest. Für den hohen Handicapper ist es vielleicht ratsam, bei der angeschlossenen Golfakademie mit dem 9-Loch-Platz vor der Runde noch ein paar gerade Drives zu üben.
Gleich gegenüber von Golf Citrus liegt der Yasmine Golf Course, der sich als freundlichster Golfclub Tunesiens bezeichnet. Das mag zwar für den Service im Clubhaus gelten und auch für die angenehm breiten Fairways, die sich über die ebenfalls leicht hügelige Landschaft erstrecken. Doch die gut verteidigten Grüns zeigen sich manchmal recht „bissig“ und auch die vielen Wasserhindernisse erfordern ihren Tribut beim Score. Gottlob finden Beginner hier ebenfalls eine eigene Spielwiese, selten sind in einer Golf-Destination so viele Übungsplätze oder Golf-Akademien zu finden. So haben Golfaspiranten genügend Zeit und Möglichkeiten und leiden nicht unter dem Druck besser spielender Flights.
Der kalifornische Architekt Ronald Fream scheint sich wohl gefühlt zu haben in Tunesien. Denn nicht nur Golf Citrus und Yasmine Golf stammen aus seiner Feder, sondern auch der Tabarka Golf Course. Die maritime Landschaft in dem er liegt, mag Fream an seine Heimat erinnert haben: Pinienwälder, Teiche und Sanddünen umranden die Berge, allein sieben Bahnen laufen am Meer entlang.Die erhöhten Grüns sind ultraschnell und schwer zu lesen. Der Platz besticht durch Schönheit und technische Feinheiten, die sehr vielfältig sind und somit allen Handicaps wie auch Organisatoren von Turnieren gerecht werden.
Und noch einmal Ronald Fream. Mit Golf Oasis hat er am Rande der Wüste nahe der Stadt Tozeur einen Golfplatz konzipiert, der unvergessliche Eindrücke beschert. Ein Saharagolfplatz inmitten von Palmen, mit Canyons und Felsformationen bestückt, die natürliche Hindernisse bilden. Besonders Loch 3 ist schwierig zu spielen und bietet daher neun Abschläge zur Auswahl.
Das 25 Hektar große Gelände wird vorbildlich durch recyceltes Wasser bewässert, um den Grundwasserspiegel zu erhalten. Das Clubhaus zeigt sich in typischem Sahara-Ambiente, als wäre es ausschließlich für Typen aus der Camel-Zigaretten-Werbung geschaffen. Wunderbare Hotels liegen in nächster Nähe zum Golfplatz. Der internationale Flughafen von Tozeur ist nur ein paar Kilometer weit entfernt, die Landschaft ist unglaublich. Hier hat man alles, um einen außergewöhnlichen Golfaufenthalt zu genießen.

Auf dem Weg Richtung Süden, direkt neben der 3.000-jährigen Stadt Sousse, liegt die mondäne Resort-Anlage El Kantaoui. Der Yachthafen mit Geschäften und Appartements war als Gegenstück zu Marbella geplant. Zwar fehlt hier der internationale Jet-Set, aber die großen Yachten erinnern durchaus an das berühmte Vorbild. Keinen Vergleich zu scheuen, brauchen allerdings die beiden 18-Loch-Plätze, die Austragungsort traditioneller Meisterschaften sind. Zunächst starten die Spielbahnen des „Sea Courses“ in einem Olivenhain. Wie gut, dass der tunesische Caddie mit seinen jungen, scharfen Augen jeden Ball mühelos verfolgt. So manche Kugel prallt gegen die knorrigen Bäume und verschwindet dann im Nirgendwo. Die letzten Spielbahnen enden in den Dünen und der Wind kommt hier ins Spiel. Der „Panorama Course“ macht seinem Namen mit einem wunderbaren Ausblick über das Meer Ehre. Die Fairways beginnen in einem Talkessel, um dann bis auf ein Hochplateau anzusteigen. Der gute Zustand beider Plätze verwundert zunächst. Allerdings haben die Greenkeeper hier leichtes Spiel. Das Gras wächst fast das ganze Jahr über, weil die Temperaturen auch im Winter selten unter die 20-Grad-Marke fallen.
Noch weiter im Süden schließt sich die Urlaubsregion von Monastir an. Als angestammtes Touristenziel bietet dieser Badeort zwei Golfplätze. Der Flamingo Golf Course wurde dramatisch in die zerklüftete, hügelige Landschaft hineingezaubert. Einige Spielbahnen schlängeln sich an Schluchten vorbei, bei anderen erfordern Wadis - ausgetrocknete Flussläufe - ein präzises Spiel. Herrliche Ausblicke auf das tiefblaue Meer entschädigen für so manchen Schlag, der nicht gelingt. Der 18 Loch-Platz mit seinen verschiedenen Trainings- und Übungsmöglichkeiten liegt in einer der faszinierendsten Landschaften Tunesien. Wie auch bei den anderen Plätzen hat Ronald Fream seiner Kreativität hier freien Lauf gelassen und diesen schwierigen Parcours mit „water-holes“ und „cliff-holes“ perfekt in die Natur eingebettet. Von hier reicht die Sicht bis zu den nahen Salzseen "sebkha", auf denen sich tausende Flamingos tummeln. Der Palm Links dagegen, stellt das völlige Kontrastprogramm dar. Die Fairways sind breit und nur leicht hügelig. Dennoch hält der Platz einige schöne Überraschungen bereit. Die Spielbahnen 14 bis 16 sind von alten, hohen Palmen gesäumt und liegen direkt am Meer, wo stets eine angenehme Brise weht.
Der Djerba Golf Club, auf der gleichnamigen Insel gelegen, ist die südlichste Golfanlage Tunesiens. Insgesamt 27 Löcher können beliebig kombiniert werden: „La Mer“, „Les Palmiers“ und „Les Acacias“ warten mit dem auf, was sie versprechen: Meer, Palmen, Akazien. Der charmante Golfplatz liegt in der Hotelzone und ist geeignet für Golfer jeglichen Niveaus. Der 9 Lochplatz Les Acacias ist ideal für noch nicht so erfahrene Golfer, die beiden anderen haben mit Sandroughs und einem ständigen Wind vom Meer durchaus das gewisse Etwas für sportliche Spieler. Die phantastischen Ausblicke über das Meer, Palmenhaine und Sanddünen machen Golf hier zu einem echten Erlebnis, das maritime Klima bietet das ganze Jahr über beste Voraussetzungen für ein entspanntes Golfspiel.

Informationen:
Fremdenverkehrsamt Tunesien, Frankfurt, Tel. 069-2970640
www.tunesien.info
Club Magic Life in Tunesien
Magic Life GmbH & Co. KG, 1030 Wien, Landstrasser Hauptstraße 153-155
www.magiclife.com/
Hoteltipp:
The Residence Tunis, Boite Postale 697, 2070 La Marsa, Les Côtes de Carthage
www.theresidence.com
Nur zwei Flugstunden von Österreich entfernt lockt Tunesien Urlauber mit seiner einmaligen Angebotsvielfalt. Saison ist hier das ganze Jahr über, denn auch in den Wintermonaten können Sonnenhungrige hier den kühlen Temperaturen im Norden Europas entfliehen.
Landeswährung Tunesische Dinar (TD) dürfen weder ein- noch ausgeführt werden. Der Tunesische Dinar ist je nach Tageskurs rund 0,53 Euro wert. Landessprache Arabisch.
In den Golfclubs wird französisch und englisch gesprochen, manchmal auch deutsch. Einreise Deutsche, Österreicher und Schweizer, die eine Pauschalreise gebucht haben, können mit dem Personalausweis einreisen. Ohne Pauschalbuchung ist ein Reisepass Pflicht, der mindestens noch 6 Monate gültig ist.
Die Greenfee-Preise variieren zwischen 35 bis 65 Euro. Viele Clubs bieten allerdings günstige Golf-Packages für 3, 5 oder 7 Tage an. Auf vielen Plätzen ist es obligatorisch, einen Caddie oder ein E-Cart zu buchen. Softspikes und korrekte Golfkleidung sind vorgeschrieben.
Golf de Carthage
www.golfcarthage.com
18 Löcher, 4524 Meter, Par 66
Golfschule, Driving-Range, Clubhaus: Bar und Restaurant mit Panoramablick
Lage: 10 Minuten von Tunis, dem internationalen Flughafen und der Hotelzone an den Küsten Karthagos entfernt.
Golf The Residence
www.theresidence.com/tunis
18 Loch, 6451 Meter, Par 72
Golfschule, Driving Range, Proshop, Caddie- Service.
Clubhaus mit Restaurant, bar, Konferenzraum, Fernsehraum, Pool
Lage: wenige Minuten von Tunis, dem internationalen Flughafen und der Hotelzone an den Küsten Karthagos entfernt.
Citrus Golf
www.golfcitrus.com
Les Oliviers, 18 Loch, 6106 Meter, Par 72
La Forêt 18 Loch, 6066 Meter, Par 72
9 Loch Übungsplatz Par 28, 1221 Meter
Driving-Range, Clubhaus: Pro-Shop, Bar, Restaurant, Panoramaterrasse
Golfakademie, Trainingsworkshops, Materialverleih
Gratis-Transfer von bestimmten Hotels aus
Lage: Unweit von Hammamet und der Hotelzone
Yasmine Golf Course
www.golfyasmine.com
18 Loch, 6062 Meter, Par 72
Golfschule mit 9 Lochplatz (Par 30), Driving-Range
Clubhaus: Bar und Restaurant, Panoramaterrasse, Pro-Shop, Caddies, Golf Carts
Lage: Hammamet ( 80 km südlich von Tunis)
Tabarka Golf Course
www.tabarkagolf.com
18 Löcher, 6306 Meter, Par 72,
Golfschule mit 9 Löchern, Driving-Range, Clubhaus, Pro-Shop, Bar, Restaurant, Terrasse
Lage: In der Hotelzone, 175 km nordwestlich von Tunis
The Palm Links
www.golf-palmlinks.com
18 Loch, 6076 Meter, Par 72, Golfschule mit 9 Löchern (1000 m Par 27),
360° Driving-Range, Perfektionierungsworkshops, Einführungsworkshops
Clubhaus: Pro-Shop, Bar und Restaurant
Lage: Unweit der Hotels von Monastir und Sousse
El Kantaoui Golf Course
www.kantaouigolfcourse.com
Sea Course 18 Loch, 6237 Meter, Par 72
Panorama Course 18 Loch, 6045 Meter, Par 72
Driving-Range, Clubhaus: Bar, Restaurant, Panoramaterrasse, Pro-Shop
Lage: Im Herzen des Ferienortes Port El Kantaoui.
Flamingo Golf Course
www.golfflamingo.com
18 Loch, 6140 Meter, Par 72
Golfschule mit 9 Loch Platz, Par 27, Driving-Range
Clubhaus: Bar, Restaurant, Panoramaterrasse, Pro-Shop, Materialverleih
Übungsstunden und Workshops
Lage: Unweit von Monastir und der Hotelzone.
Golf des Oasis
www.tozeuroasisgolf.com
18 Loch, 6400 Meter, Par 72
Golfakademie, Pro-Shop, Materialverleih
Clubhaus: Bar, Restaurant, Terrasse im Stil ‚Berberzelt’ Carts, Materialverleih
Lage: Zwischen Palmenhain und Hotelzone
Djerba Golf Club
www.djerbagolf.com
Les Acacias: 9 Loch, 2685 Meter, Par 36
La Mer: 9 Loch, 3125 Meter, Par 36
Les Palmiers: 9 Loch, 3044 Meter, Par 37
Golfakademie, Materialverleih, Pro-Shop
Clubhaus: Restaurant, Terrasse, Bar
Lage: Gegenüber den Hotels auf der Nordseite Djerbas