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Dubai wird die Nummer eins“, verkündete Mohammed Bin Rashid al Maktoum, der Herrscher des Emirats am Persischen Golf, noch im Oktober 2007 in einem Fernsehinterview. Und tatsächlich: Die Entwicklung des Glitzer-Emirats verlief ganz nach den Wünschen seiner Hoheit, des Scheichs.

Dann platzte die Immoblase und zog die Welt in eine Finanzkrise. Der Bauboom ist seither auch am Golf gebremst, bei vielen begonnenen Bauten wird die Arbeit in die Länge gezogen, Prestigeprojekte wie der futuristische Donald Trump-Tower auf einer der beiden künstlichen Inseln in Palmwedelform, liegen auf Eis, die dritte „Palm“-Insel ebenfalls.
Wie weiland Atlantis. Doch das was schon steht, kann sich immer noch sehen lassen. Unbeeindruckt von der Finanzkrise eröffnete auf einer der Palmeninseln 2008 mit einem spektakulären Feuerwerk, Kylie-Minogue-Konzert und reichlich Hollywood-Prominenz eines der größten Ferienresorts der Welt, „Atlantis The Palm“. Das Hotel ist aus dem Persischen Golf emporgewachsen – mit 1500 Zimmern und zwei Unterwassersuiten, die über drei Stockwerke reichen. Anderthalb Milliarden Dollar hat Hotelmogul Sol Kerzner dafür investiert. Sicher haben sich die Namensgeber auf die enorme künstliche Unterwasserwelt, in der mehr als 65.000 Fische schwimmen, bezogen. Doch heißt es nicht auch: nomen est omen?
320 Millionen Kubikmeter Sand schüttete der inzwischen hochverschuldete Baukonzern Nakheel ins Meer vor Dubai, um die künstlichen und millionenschweren Lebensräume The Palm I, The Palm II und The World zu erschaffen: Die Inseln in der Form von Palmen, der Welt und gar des derzeit schubladisierten Projekts Universum, sind nachgerade widernatürlich. Haben da größenwahnsinnige Immobilienentwickler vielleicht nicht doch Allah zu stark ins Handwerk gepfuscht?

Pessimisten wetteifern mit Weltuntergangsszenarien: Sodom und Gomorrha, Jericho, Babylon flüstert man sich zu. Das Emirat könne sich in einen Albtraum verwandeln, in eine Geisterstadt, deren Hochhäuser dunkle Schatten werfen, die den Menschen in ihrer Superlativen-Sucht keinen Platz zum Träumen lässt, keine Heimat bietet. Nur Luxushotels, Gourmetrestaurants, Megakinos, Bürokomplexe und 37 Shopping-Malls. Allein die „Mall of the Emirates“ ist mit 223.000 Quadratmetern eine der größten Einkaufszentren weltweit. Der Burdsch Chalifa ist mit 828 Metern Gebäudehöhe, 830 Metern bis Antennenspitze und mindestens 189 Stockwerken, das höchste bis heute errichtete Gebäude der Welt. In den unteren 37 der allgemein nutzbaren 163 Etagen ist das weltweit erste Armani-Hotel eingezogen.
Das Wahrzeichen der Stadt ist allerdings immer noch das Burj al Arab. Es ist nicht nur das höchste und teuerste Hotel, es serviert auch den teuersten Cocktail der Welt. Darin enthalten: ein 55 Jahre alter Whisky aus der limitierten Lalique-Edition mit Dried Fruit Bitter, Maracujazucker und Eiswürfeln aus schottischem Nobelwasser. Serviert in einem Glas aus Baccarat-Kristall mit 18-karätiger Goldverzierung und Burj-al-Arab-Gravur, das man anschließend als Erinnerung mit nach Hause nehmen darf. Der Spaß kostet schlappe 4690 Euro.
Plätze für die Elite. Doch es gibt auch noch Normalität in Dubai. Die allerdings liegt vor den Toren der Stadt, gewissermaßen in einer Oase. Grüne Gärten, in denen Pfauen ihre Räder schlagen, ein Golfplatz, ein Schießklub und eine Marina erstrecken sich über 60 Hektar Land. Mittendrin das Jebel Ali Golf Resort & Spa, eines der ältesten Hotels Dubais. Hier genießen ganz normale Urlauber die Annehmlichkeiten einer guten Küche, Wellness, Golf, Reiten und Wassersport.
Obwohl das Jebel Ali sich bisher dem Hype der futuristischen Visionen verschlossen hat, liegen diese doch direkt vor der Haustür. Ein Wedel der Palmeninsel Jebel Ali, reicht fast bis zum Strand des Hotels. Und wären da nicht ein paar eifrige Strandwächter, könnte man glatt hinschwimmen. Ob man sich dort angesichts der Dichte der Bebauung wohler fühlen würde, ist die andere Frage. Mehr Weitläufigkeit findet man sicher im Jebel Ali Hotel. Genau das genießen Stars wie Tiger Woods, Ernie Els, Pádraig Harrington und all die anderen Tourspieler, die jedes Jahr zur Dubai Desert Classic hier logieren, um sich in Ruhe auf dem hoteleigenen Golfplatz für das große PGA-Turnier einzuspielen.
Obwohl nur neun Löcher groß, gilt der Jebel Ali Golf Course als Meisterschaftsplatz. Von Peter Harradine perfekt konzipiert, laufen sie entlang eines kleinen Jachthafens und um einen Salzwassersee, der an fünf Löchern ins Spiel kommt. Dazu sorgt der Wind vom Persischen Golf für eine ständige Herausforderung, sodass sich kein Golfer hier langweilen wird, selbst wenn er die neun Löcher zweimal hintereinander spielt.
Die Dubai Desert Classic selbst, finden im Emirates Golf Club statt, wo 1988 der Majlis Course als erster Grasplatz im Mittleren Osten eröffnete. Geformt von der Wüste, ausgestattet mit saftigen Fairways, großen schnellen Grüns und einer Menge Wasser, wurde er bald zu einem der Lieblingsplätze der Elitegolfer. Mit einem zweiten Platz, dem Wadi-Course, ist der Emirates Club bisher die größte Golfanlage in Dubai, mit einem Klubhaus in Form von prächtigen Beduinenzelten, das für die internationale Golfszene ein Wahrzeichen höchster Ansprüche ist.

Davor hat man in Dubai regelrecht „wüstes“ Golf gespielt. Im 1971 gegründeten Dubai Country Club wurden die ersten Löcher noch „in den Sand gesetzt“. Man spielte auf „Browns“ statt auf Greens. Um den Abschlag zu erleichtern, war es jedoch erlaubt, sein eigenes Stück Fairway mit sich zu führen. Doch das ist vorbei.
Die Wüste blüht und zeigt sich besonders im Dubai Creek Golf and Yacht Club als wahrer Garten Eden. 18 Spielbahnen führen über sanft gewellte Rasenhügel, vorbei an Kokos- und Dattelpalmen, künstlich angelegten Seen und üppigen Blumenbeeten. Die drei riesigen weißen Segel des Klubhauses sind schon von weitem sichtbar und gehören zum Stadtbild wie die Skyline der Wolkenkratzer.
Noch mehr Wüste. Faszinierend im Layout zeigt sich vor allem der The Montgomerie Golf Club. Nach dem Vorbild eines traditionellen schottischen Linkskurses erwarten den Spieler 18 super gepflegte Fairways - teilweise mit Blick auf das Burj al Arab, 14 künstliche Seen und 79 Bunker, die besonders raffiniert angelegt sind. Signifikant für den Platz ist Loch 13, ein Par drei, das sich rühmt, das größte Insel-Grün der Welt zu besitzen.

Wasserreich – mit elf Seen und kleinen Flussläufen – ist auch der Four Seasons Golf Club Dubai Festival, wogegen The Desert Course at Arabian Ranches ganz auf die Elemente der Wüste setzt, die mit enormen Bunkern ins Spiel kommt. Noch mehr Wüste gibt es beim The Els Club in Dubai Sport City. Entworfen vom südafrikanischen Superstar Ernie Els selbst, verteilen sich über eine Länge von 7538 Yards (6892,7 Metern) makellose Fairways und ebensolche Grüns, gespickt mit schneeweißen Bunkern. Außerhalb der Bahnen findet man ebenfalls Sand – und zwar nichts als Sand - weshalb der Platz auch „Desert Links“ genannt wird. Die richtigen Schläge übrn für diese ungewöhnliche Spielwiese, kann man bei der dem Klub angeschlossenen Butch Harmon School of Golf.

Mit diesen Fünf-Sterne-Golfanlagen und weiteren Projekten wie Nakheel – The Jumeirah Golf Estates (vier Championship-Plätzen) und Nakheel – The Inspiration (dem ersten Golfplatz seiner Art, basierend auf den Lieblingsplätzen von Greg Norman: je sechs Bahnen aus den USA, Großbritannien/Europa und Australien) sowie Dubai Golf City, wo Tiger Woods seinen ersten Golfplatz plant, will Dubai zu einer der wichtigsten Golfdestinationen der Welt aufsteigen. Der „Race to Dubai“ wird ab sofort die europäische Order of Merit ersetzen und gilt als Preisgeldrangliste. Das Saisonfinale wird nicht mehr das Volvo Masters in Sotogrande sein, sondern heißt „The Dubai World Championship“ und ist mit zehn Millionen Dollar das weltweit höchstdotierte Turnier.
Flüge: Emirates-Airline gilt als eine der besten und sichersten Fluggesellschaften der Welt. www.emirates.com
Jebel Ali Golf Resort & Spa, Sheikh Zayed Rd., 50 km südwestlich von Dubai Zentrum, liegt das 260-Zimmer-Haus malerisch am Sandstrand des Arabischen Golfs und verfügt über einen eigenen Golfplatz. www.jebelali-international.com
Atlantis The Palm, www.atlantisthepalm.com