Wer Bermuda hört, denkt spontan an kurze Hosen oder an das berühmt berüchtigte Bermuda-Dreieck, in dem Flugzeuge und Schiffe auf verschwunden sein sollen. Dabei gelten die Inseln im Atlantik als eine der „Top-Places To See Before You Die“. Vor allem für Golfspieler. Auf gerade mal 54 Quadratkilometern finden sich acht Golfanlagen und damit die größte Golfplatzdichte weltweit.
Mit ausgestreckten Armen regelt der Polizist den morgendlichen Kreisverkehr von Hamilton: „Good morning, Have a nice day, I love you“. Seine Freundlichkeit ist typisch für Bermuda und seine Bewohner. Die Menschen sind entspannt und haben auch allen Grund dazu. Schließlich genießen sie einen der höchsten Lebensstandards weltweit. Es gibt weder Arbeitslosigkeit noch Einkommensteuer. Bei gerade mal 65.000 Einwohnern haben mehr als 10.000 Firmen hier ihren Sitz, viele davon freilich nur in Form eines Postfachs. Aber auch große Versicherungs-gesellschaften und Banken residieren hier.
Geprägt wurden die mehr als 150 Inseln der Bermudas, von denen sieben durch Brücken miteinander verbunden sind und so die 35 Kilometer lange Hauptinsel bilden, vor allem durch die rund 400 Jahre andauernde britische Kolonialgeschichte: Linksverkehr, rote Briefkästen, Schuluniformen, behelmte Bobbies, Fünfuhrtee und kurze Hosen.
Der Kenner kauft seine Bermuda-Shorts bei „Trimingham’s“ in der Frontstreet von Hamilton. Der Bekleidungsladen für Damen und Herren existiert seit 1842. Das passt zu Bermuda. Ebenso die Tatsache, dass hier kurze Hosen zum offiziellen Anzug für Geschäftsleute gehören. „In Wien oder New York würden sie wahrscheinlich Ärger bei einem Vorstandstreffen in Shorts bekommen, hier gehören sie zum guten Ton“, sagt Richard Woolnough, seit mehr als 15 Jahren Chefeinkäufer in der Herrenabteilung von Trimingham’s. Die Manager der „Risk and Insurances Managament Society“ lassen es sich auf internationalen Konferenzen jedenfalls nicht nehmen, die Shorts als Symbol Bermudas zu zeigen. Richtig getragen werden sie - egal ob in Pink oder Kanariengelb - mit einem kurzärmeligen Hemd mit Oxford Kragen und Windsorknoten im dazugehörenden Binder. Darüber trägt der erfolgreiche Geschäftsmann einen Marineblazer. Die Beine werden mit langen dunkelblauen Kniestrümpfen in Halbschuhen oder Slippern bedeckt. Very british eben!
Gar nicht britisch, gibt sich das Wetter. Ganzjährig scheint die Sonne, der Golfstrom sorgt für ein ausgeglichenes Klima. Kleine schmucke Ortschaften mit pastellfarbenen Häusern in gepflegten Gärten, daneben viktorianische Prachtbauten. Abwechslungsreiche Küstenlandschaft und koloniale Vergangenheit, eine faszinierende Mischung aus exotisch angehauchtem, locker leichtem Inselleben und europäischem Traditionsbewusstsein.
Think Pink!
Eine Idylle, die durch nichts getrübt wird. Die Auswahl der rosafarbenen Strände scheint schier endlos. Das Wasser ist klar und genauso blau wie der Himmel. Es gibt keine regnerische Jahreszeit, nur gelegentliche Regengüsse, die schnell vorüber sind und für eine üppig grüne Landschaft sorgen. So sieht das Paradies aus – doch es hat seinen Preis.

Auch Tucker’s Point ist ein Ort für großartige Golfer. Bereits 1984 zeichnete er sich als Qualifying Course für den World Cup aus. Der natürlich wirkende Platz, der mit steilen Abhängen und Hügeln dem Spieler einiges abverlangt, wurde 2002 komplett überarbeitet und braucht sich hinter seinem berühmten Nachbarn nicht zu verstecken. Ein Green Fee schlägt hier mit 190 Dollar zu Buche, was man ebenfalls nicht gerade als Schnäppchen bezeichnen kann.

Vornehm geht es auch im Riddell’s Bay Golf & Country Club zu. Bereits 1922 eröffnet, ist er der älteste Platz auf den Bermudas und Heimatclub von Michael Douglas. Der Filmstar, der in seinen Rollen eher den harten Typen verkörpert, schwingt hier ganz relaxt seine Golfschläger und turtelt zwischendurch mit Ehefrau Catherine Zeta-Jones. Bermuda, so scheint es, ist tatsächlich die Insel der Reichen und Glückseligen. Ein bisschen Glück braucht übrigens auch, wer in den drei vorgenannten privaten Golfclubs eine Startzeit ergattern will. Da hilft es schon, im richtigen Hotel zu logieren.
Top-Hotels!

Etwa im Pink Beach Club, der nicht nur ein Höchstmaß an Komfort und privater Atmosphäre bietet, sondern den farbintensivsten Strand von ganz Bermuda. Verantwortlich dafür sind feine Partikel aus den vorgelagerten Korallenriffen, die die Küsten schützen aber auch teilweise der Grund dafür sind, dass hier Schiffe zerschellten und den Mythos vom gefährlichen Bermudadreieck bekräftigten. Jedenfalls ist hier das geeignete Revier für Schnorchler und Taucher, die alten Wracks zu erkunden, auf der Suche nach dem spanischen Gold, das dort von Zeit zu Zeit gefunden wird. Denn nicht nur englische Seefahrer strandeten hier, sondern auch der spanische Kapitän Juan Bermudez, dem die Insel ihren Namen verdankt.
Das Cambridge Beaches Resort, in dem schon David Beckham und seine Victoria geflittert haben, begeistert ebenfalls durch eine traumhafte Lage und perfekten Service. Bezaubernde Cottages reihen sich entlang idyllischer Buchten, alternativ wohnt man in stilvollen Pool-Suiten mit eigenem Whirlpool auf der Terrasse oder entspannt im „Aquarium Bath and Ocean Spa“. Drei Restaurants bieten eine hervorragende Küche und wer es ganz romantisch mag, lässt sich ein privates Dinner auf einer kleinen Insel servieren.

Jedenfalls ist das Cambridge Beaches ein Ort, an den man immer wieder gerne zurückkommt. Das bezeugt eine Tafel, auf der sämtliche Stammgäste und die Anzahl ihrer Aufenthalte genannt werden. Der Rekordhalter ist mit bislang mehr als 100 Besuchen ein amerikanischer Admiral, dem offensichtlich die traumhaften Inseln und ihre Bewohner ans Herz gewachsen sind, genauso wie Mark Twain, der seinerzeit bei einem Aufenthalt geschwärmt hat: „Schaut nur, dass ihr in den Himmel kommt, ich bleibe auf den Bermudas“.
Anders als Pink Beach und Cambridge Beaches mit ihren romantischen Cottages, ist das Fairmont Southampton ein klassischer Hotelbau, der pinkfarben mitten auf der höchsten Erhebung der Insel thront. Das hat den Vorteil, dass man nicht nur die weitläufige Anlage mit Tennisplätzen, Pools, Wellnesscenter und eigenem Strand überblicken kann, sondern vor allem den Fairmont Southampton Golfcourse, ein 18-Loch-Par 3-Platz. Mit 2.762 Yards ist dies zwar die kürzeste Golfanlage der Bermudas, doch hier gilt: klein aber fein! Eingebettet in eine hügelige Bilderbuchlandschaft mit üppiger Vegetation, das Meer und das Gibbs Hill Lighthouse im Blickwinkel, kommen bei Fairways zwischen 105 und 215 Yards Länge, nahezu alle Eisen zum Einsatz. In diesen knappen Entfernungen liegt sicher auch die Schwierigkeit des Platzes. Es gibt kaum Gelegenheit einen schlechten Schlag zu kompensieren.
Schlechte Schläge kämen auch daher, meint das Birdiebook vom Port Royal Golfclub, weil man sich viel zu oft von den traumhaften Ausblicken auf den Atlantik ablenken ließe. Das gilt zwar für alle Golfplätze auf den Bermudas - denn die Insel ist an keiner Stelle breiter als 3 Kilometer - doch am meisten für den ebenfalls von Altmeister Robert Trent Jones konzipierten Platz vom St. George's Golfclub, dessen Vorzeigeloch die 16 ist, ein Par 3, mit einem Grün, das dramatisch auf einer Klippe liegt. Robert Trent Jones hat den Course aufgrund seiner natürlichen Topografie und einer Länge von nur 4043 Yards, ausschließlich mit Par 3 und Par 4-Löchern im Pebble Beach-Stil ausgestattet. Algie M. Pulley jun. dagegen, versetzte bei der Überarbeitung des Belmont Hills Golf Club wahre Berge. Das vormals eher brave Design, ist heute voller Herausforderungen, mit Doppelgrüns und etlichen Bunkern, wobei der Hafen von Hamilton und der Great Sound den Hintergrund bilden für diesen herrlichen Parcours. Weniger erfahrene Golfer spielen lieber den Ocean View Course, Bermuda's einzigen 9-Löcher Platz oder trainieren in der Golf Academy, damit sie auf Bermudas Golfplätzen nicht nur blaue Wunder sondern tatsächlich rosa Zeiten erleben.

Buchungsanfragen: info@golf-reisen.de
Informationen:
www.bermudatourism.de
Klima
Der Golfstrom sorgt auf Bermuda für ein einzigartiges halbtropisches Klima. Man unterscheidet nur zwischen zwei Jahreszeiten: Frühling (Januar bis März) und Sommer (April bis Dezember). Das Thermometer fällt selten unter 21 °C bzw. überschreitet selten 30 °C. Entsprechend gilt Bermuda als ganzjähriges Reiseziel.
Erreichbarkeit
Flüge mit Lufthansa über New York oder mit British Airways über London
Golfplätze
www.bermudagolf.org
Mid Ocean Golf Club
www.themidoceanclubbermuda.com
18 Löcher, 6529 Yards, Par 71
Tucker’s Point Golf Club
www.tuckerspoint.com
18 Löcher, 6361 Yards, Par 70
Riddel’s Bay Golf & Country Club
www.riddelsbay.com
18 Löcher, 5800 Yards, Par 70
Port Royal Golf Course
www.bermudagolf.bm
18 Löcher, 6561 Yards, Par 71
Belmont Hills Golf Club
www.belmonthills.com
18 Löcher, 6017 Yards, Par 70
Fairmont Southampton Golf Club
www.fairmont.com/southampton
18 Löcher, 2737 Yards, Par 54
St. George’s Golf Course
www.bermudagolf.bm
18 Löcher, 4043 Yards, Par 62
Ocean View Golf Course
www.bermudagolf.bm
9 Löcher, 2940 Yards, Par 35