Golf a l’ américaine im Languedoc-Roussillon

WeinBonjour Madame, merci Monsieur. Wir bestellen Confit und Cassoulet, Crêpes Suzette und Café au lait. Kein Zweifel - wir sind im Land der Gourmets, Connaisseure und Bonvivanten. Vive la France! Die Golfplätze allerdings, kommen uns teilweise amerikanisch vor. Zumindest hier im Languedoc-Roussillon.

Golf Karte Languedoc

Versteckt liegen sie zwischen den sonnigen Stränden des Golfe du Lion und den schneebedeckten Gipfeln der Pyrenäen. Dass sie manchmal bis zu zwei Stunden von einander entfernt sind, schadet nichts, denn so kann man wenigstens die grandiose Umgebung erkunden. Die Wege führen durch verwunschene Bergregionen mit gewaltigen Kalkplateaus und rätselhaften Menhiren, zu Wasserfällen, Bambuswald und weiten Stränden. Es gilt den Pont du Gard zu bestaunen, durch wilde Schluchten zu paddeln oder mit dem Pferd durch die petite Camargue zu reiten, vorbei an Scharen rosaroter Flamingos und schwarzen Stieren. Stille Dörfer mit engen Gassen laden zum Verweilen ein. Schattige Platanenalleen und eine ewige Brise vom Meer spenden Kühle während der heißen Sommermonate. Als schönste und ruhigste Reisezeit gelten Herbst und Frühling, selbst die Winter sind sonnig warm.

Was die Küche betrifft, so hat der Gault Millau fleißig seine begehrten Kochmützen in der Region verteilt. Den Wein brachten einst die Griechen ins Land und heute ist das Languedoc-Roussillon das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet der Welt. Von den Römern stammen die mittelalterlichen Festungsstädte, eindrucksvolle Arenen und Burgen. Päpste bauten imposante Kirchen und Klöster, und Amerikaner herrliche Golfplätze.

GC Nimes de Campagne

Fangen wir an bei Golf de Nimes-Campagne, der von der Fachzeitschrift „Golf Européen“ mit fünf Sternen ausgezeichnet wurde und als einer der attraktivsten Plätze Frankreichs gilt. Konzipiert vom Architekten-Duo Harradine/Morandi, winden sich 18 Fairways abwechslungsreich durch ein bewaldetes, hügeliges Gelände oberhalb der sehenswerten, alten Römerstadt. Ein doppeltes Vergnügen: Allein schon das villenartige Clubhaus mit seinem vorzüglichen Restaurant lohnt den Besuch und obwohl Nimes-Campagne eine private Golfanlage ist, sind Greenfee-Spieler willkommen. Sie sollten jedoch mindestens ein Handicap von 36 vorweisen.

GC MASSANE

Beim 18-Loch-Kurs der Domaine de Massane  , nur einige Minuten von Montpellier entfernt, war der Kalifornier Ronald Fream am Werk. Aus seiner Feder stammt z.B. das Disney-Resort bei Paris. Und genau wie dort, gab er auch hier jedem Loch einen eigenen Charakter. Manchmal geprägt durch duftenden Ginster, manchmal durch bunte Karpfen im Teich. Zur Anlage gehört ein freundliches Hotel mit Restaurants, zwei Swimmingpools, einem Fitnesscenter und einer David Leadbetter-Akademie.

GC Golf Grand Motte

Nicht weit ist es zum Club Golf de la Grande Motte,  dessen drei Plätze von Altmeister Robert Trent Jones Senior in reinster Florida-Tradition entworfen wurden oder zum Club Golf de Fontcaude . Hier wiederum vermittelt das Design des Amerikaners Chris Pittman manchmal den Eindruck, man sei in Schottland. Erst recht, wenn man in einem der tiefen Topfbunker steht und versucht, den Ball auf ein kleines Grün zu schlagen.

Golf de Fontcaude

Golf du Cap d'Agde  ist ebenfalls ein Platz von Ronald Fream. Der 18-Löcher-Kurs, mit vielen Wasserhindernissen und sorgsam von Bunkern geschützten Grüns, verläuft durch eine reizvolle Landschaft, begleitet vom Duft unzähliger Thymian- und Rosmarinbüsche. Cap D‘Agde ist einer der bekanntesten Badeorte Frankreichs und liegt in direkter Nachbarschaft zu Europas größter Nudisten-Metropole. Anlaufpunkt für alle, die gerne hüllenlos baden.

GC Golf cap d'Agde

Ganz anders ist die Atmosphäre von Carcassonne. Auch wenn „La Cité“, Europas größte Festungsstadt, eines der meist besuchten Touristenziele in Frankreich ist, sollten Sie nicht versäumen, einen Ausflug dahin zu unternehmen. Es ist einfach sehenswert. Wenn aus der Ferne die unvergleichliche Silhouette der Turm bewehrten Mauern auftaucht, bleibt niemand unbeeindruckt.

Hotel de la_Cité, Carcassonne

Als Urlaubs-Highlight gönnt man sich ein Zimmer im noblen Hôtel de la Cité, Mitglied der Orient-Express Gruppe. Es liegt besonders romantisch zwischen Burg und Basilika, bietet einen hübschen Garten mit Swimmingpool und drei Restaurants, wobei das La Barbacane, ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern, besonders Edles bietet. Die lange Liste internationaler Celebritys, die hier nicht nur das gute Essen sondern vor allem das unvergleichliche Ambiente genoss, reicht von John Rockefeller, über Gracia von Monaco, dem Herzog von Windsor, Buster Keaton, Paul Bocuse bis zu Jacques Chirac.

GC Carcassonne Tee

Nicht sicher ist, wer von ihnen spielenderweise den 18-Loch-Parcourse von Golf de Carcassonne  besucht hat, der ausnahmsweise nicht von einem Amerikaner sondern von Monsieur Jean-Pierre Basurco entworfen wurde. Trotzdem darf der Platz auf unserer „must play-Liste“ nicht fehlen. Jedenfalls ist der leicht hügelige Kurs voller Überraschungen und technischer Herausforderungen. Bereits der erste Abschlag, der direkt vor der Clubhausterrasse liegt, bereitet Herzklopfen. Freilich nicht denjenigen, die dort in der Sonne bei einem kühlen Glas Wein sitzen und beobachten, ob es gelingt, den Drive steil hinauf über eine Kuppe zu schlagen. Dann aber, den kritischen Augen entronnen, ist man ziemlich allein mit sich und seinem Spiel. Wie in einem Garten Eden.

GC St Cyprien Loch

Von Carcassonne nach Perpignan sind es fast zwei Stunden Autofahrt. Doch es lohnt sich, den Club Golf de Saint-Cyprien  nahe der spanischen Grenze kennen zu lernen. Er profitiert vor allem von seiner außergewöhnlich reizvollen Lage zwischen den feinen Sandstränden des Mittelmeers und den schneebedeckten Gipfeln der Pyrenäen. Das Layout der 27 Spielbahnen stammt von den beiden Architekten Ben Wright und Barry Tomlinson. 9 Löcher sind als Parklandkurs angelegt, der nachmittags oft von der in Frankreich bekannten Golfschule Patrick Lacroix genutzt wird. Der 18-Loch-Meisterschaftsplatz Canigou Etang zeigt sich im Stil eines Links Courses und obwohl Fairways und Grüns super gepflegt sind, hat man den Eindruck, sich in ursprünglicher, unverfälschter Natur zu bewegen. Wasserhindernisse und ein fast ständig wehender Wind bilden eine Herausforderung selbst für einstellige Handicapper. Das weiß auch die Qualifying School der PGA of Europe, die diesen Kurs oft zum Training nutzt. Zur Anlage gehört außerdem ein Hotel mit netten Zimmern und Appartements, ein erstklassiges Restaurant, zwei Pools und vier Tennisplätze. Und vielleicht bleibt bei all den sportlichen Aktivitäten sogar ein bißchen Zeit für einen Spaziergang im Hafen von Coullioure, für die Besichtigung des Klosters von Elne oder des Palastes der Könige von Mallorca in Perpignan. Denn wo sonst, wenn nicht hier, lässt sich das Golfspiel so wunderbar mit französischem Savoir vivre verbinden.